MariaDB 12.2 ist tot, 10.11 lebt bis 2028: welche MariaDB-Version gehört auf den Server
MariaDB 12.2 bekommt seit dem 28.05.2026 keine Fixes mehr. MariaDB 10.11 bekommt bis zum 16.02.2028 welche. Die kleinere Nummer ist die länger gepflegte, und das ist bei MariaDB kein Ausrutscher, sondern das Modell. Wer eine Version nach der Höhe ihrer Zahl aussucht, landet zuverlässig auf dem Zweig mit der kürzesten Restlaufzeit.
Zwei Sorten Ausgaben, eine Nummernreihe
MariaDB veröffentlicht vierteljährlich. Einmal im Jahr ist eine dieser Ausgaben eine Langzeitausgabe (LTS), die übrigen sind Rollausgaben — und der Nummer sieht man nicht an, welche Sorte man vor sich hat. Die Wartungsrichtlinie schreibt auf, was die drei Stellen bedeuten: a ist die Hauptserie und wächst ab MariaDB 12 jährlich, b ist die Funktionsstufe und wächst vierteljährlich, c ist der Fehlerstand. Dann kommt der Satz, an dem alles hängt: Innerhalb einer Hauptserie ist die Minor-Version mit dem größten b der LTS-Zweig. Ab MariaDB 12 heißt das, die .3 ist die Langzeitausgabe — 12.0, 12.1 und 12.2 waren Rollausgaben, 12.3 ist die LTS. Die LTS steht am Ende einer Serie, nicht an ihrem Anfang.
Die beiden Sorten tragen unterschiedliche Zusagen. Eine LTS bekommt Community-Binärpakete drei Jahre lang ab ihrem GA-Datum (bis einschließlich 11.4 waren es fünf); danach werden kritische Fehler und Sicherheitslücken zwei weitere Jahre behoben, aber nur noch im Quelltext. Eine Rollausgabe bekommt überhaupt keine Zusage in Jahren — sie endet, wenn die nächste erscheint. In den Zyklusdaten steht genau das: 12.1 endete am 13.02.2026, dem Erscheinungstag von 12.2, und 12.2 endete am 28.05.2026, als 12.3 herauskam.
Was wie lange läuft
| Zweig | Sorte | erschienen | Community-Pflege endet |
|---|---|---|---|
| 12.3 | LTS | 28.05.2026 | 12.06.2029 |
| 11.4 | LTS | 29.05.2024 | 29.05.2029 |
| 11.8 | LTS | 04.06.2025 | 04.06.2028 |
| 10.11 | LTS | 16.02.2023 | 16.02.2028 |
| 10.6 | LTS | 06.07.2021 | 06.07.2026 — vorbei |
| 12.2 | Rollausgabe | 13.02.2026 | 28.05.2026 — vorbei |
| 12.1 | Rollausgabe | 18.11.2025 | 13.02.2026 — vorbei |
Die dritte Zeile liest man besser zweimal. 11.8 ist ein Jahr jünger als 11.4 und ist trotzdem ein Jahr früher am Ende, weil bis einschließlich 11.4 fünf Jahre lang Binärpakete gebaut wurden und seither drei. Eine Umgebung auf 11.4 hat damit bis 2029 nichts zu tun, während eine, die brav auf 11.8 gewechselt ist, 2028 handeln muss.
Was tatsächlich läuft
Die Support-Frage beantworten nur die ersten beiden Stellen. Die dritte sagt, wie aktuell dein Fehlerstand innerhalb des Zweigs ist — eine andere Frage, und die weit häufigere.
- Auf dem Server: mariadbd --version. Im Container des Herstellers beginnt die Ausgabe mit mariadbd Ver 11.8.8-MariaDB-ubu2404.
- Wenn du nur einen SQL-Zugang hast: SELECT VERSION();
- Woher das Paket stammt: apt policy mariadb-server bzw. rpm -q mariadb-server. Ein Suffix wie 0+deb12u1 heißt: Distributionsbau, kein Herstellerpaket — und dann gilt der nächste Abschnitt.
- Im Container das Programm fragen statt dem Tag zu glauben: docker exec <name> mariadbd --version. Laut der offiziellen Image-Beschreibung ist latest die neueste stabile Version und lts die letzte Langzeitausgabe — zwei verschiedene Dinge, die heute zufällig auf dieselbe Nummer zeigen.
Die Distributionsfalle
Die meisten Installationen haben ihren Zweig nie ausgesucht, sie haben ihn geerbt. Debian 13 (Trixie) liefert 11.8.6, Debian 12 (Bookworm) 10.11.18; Ubuntu 24.04 LTS liefert 10.11 aus universe; AlmaLinux 10 liefert ebenfalls 10.11. Und apt upgrade wechselt den Zweig nie: Zwischen zwei Fehlerständen desselben Zweigs liegt ein Sicherheitsfix, zwischen 10.11 und 11.4 liegt ein Distributionswechsel oder ein fremdes Repository.
Damit hast du zwei Uhren. Debian 12 ist am 11.07.2026 aus der regulären Pflege gefallen und wird vom LTS-Team bis zum 30.06.2028 getragen, während sein 10.11 beim Hersteller am 16.02.2028 endet — gut vier Monate früher. Debian 13 läuft bis zum 09.08.2028, sein 11.8 endet beim Hersteller am 04.06.2028. Die Distributionen wählen den Zweig also so, dass er ungefähr zu ihrer eigenen Laufzeit passt; ungefähr ist aber nicht deckungsgleich, und in der Lücke hängst du an dem, was das Sicherheitsteam der Distribution noch zurückportiert.
Bei Ubuntu kommt ein zweiter Haken dazu: Canonicals kostenlose Fünfjahreszusage gilt für Pakete aus main, MariaDB aber liegt in universe, das über Ubuntu Pro abgedeckt wird. Wer sich auf „24.04 wird fünf Jahre gepflegt“ verlässt, verlässt sich für diese Datenbank auf eine Zusage, die für eine andere Paketmenge gegeben wurde.
Welche Version gehört auf den Server
- Freie Wahl bei einer Neuinstallation: die neueste Langzeitausgabe. Das ist 12.3, gepflegt bis zum 12.06.2029.
- Mit Distributionspaketen — bequemer und für die meisten Umgebungen richtig — behältst du deren Zweig und merkst dir seine zwei Enddaten statt seiner Versionsnummer.
- Rollausgaben gehören auf Testsysteme. Sie sind nicht instabil, aber sie verpflichten dich zum Zweigwechsel im Quartalstakt.
- Beim Upgrade Enddaten vergleichen, nicht Nummern: Der Wechsel von 10.11 auf 11.8 kauft dir dreieinhalb Monate, der auf 11.4 — die ältere Ausgabe — fünfzehn.
Was eine LTS wirklich von dir braucht
Eine Langzeitausgabe ist keine Software, die drei Jahre stillsteht. Sie lebt von ihren Patch-Releases, also der dritten Stelle, und die kommen weiter vierteljährlich: Aus dem 10.11 von 2023 ist heute 10.11.18 geworden. Das Datum, das dich betrifft, ist deshalb selten das Support-Ende in drei Jahren — es ist der Tag, an dem der nächste Fehlerstand deines Zweigs erscheint. Genau das verfolgt patchletter: Auf der Produktseite zu MariaDB stehen die erfassten Zyklen mit ihren Enddaten, der neueste dort erfasste Stand ist 12.3.2 vom 28.05.2026; hak das Produkt an, und du bekommst eine Mail, sobald eine neue Version erscheint — kostenlos, ohne Konto, Abmeldung mit einem Klick. Was über alles Betreute hinweg zuerst ausläuft, steht in der End-of-Life-Übersicht.
Die ehrliche Einschränkung
Die Daten oben sind das, was die MariaDB Foundation öffentlich zusagt — auf derselben Seite steht, dass diese Termine nicht rechtsverbindlich sind. Die Frist wurde außerdem schon einmal verkürzt, von fünf auf drei Jahre; das kann wieder passieren, in beide Richtungen. Die Regel „die .3 ist die LTS“ gilt ab Serie 12 und ist eine Ankündigung für die kommenden Serien, kein Beleg: 13.0 führt der Hersteller in seiner Downloads-Schnittstelle bis heute als Release Candidate, und ein Datum für 13.3 steht nur im Kalenderbild der Herstellerseite. Dieselbe Schnittstelle nennt für 11.8 zudem den 13.02.2030 als Enddatum, die Wartungsrichtlinie den 04.06.2028; bei allen anderen Zweigen stimmen beide überein. Wer plant, nimmt das frühere Datum.
Und was patchletter ausdrücklich nicht tut: Es meldet neue Releases, keine Support-Enden. Die Zyklen stehen zum Nachlesen da, aber am 16.02.2028 klingelt nichts. Im eigenen Bestand stehen außerdem nur die Zweige ab 11.1 — die Zeilen zu 10.11 und 10.6 in der Tabelle oben stammen vom Hersteller, nicht von uns.
Pflegezeiträume, Nummernschema und die Fußnote zur Änderung von fünf auf drei Jahre: Wartungsrichtlinie der MariaDB Foundation, abgerufen am 19.08.2026. Paketstände: Debians Paketverfolgung, Launchpad und der AppStream von AlmaLinux 10; Laufzeiten der Distributionen: debian.org und Canonical; Serienstatus und abweichende Enddaten: die Downloads-Schnittstelle des Herstellers; Bedeutung der Container-Tags: die offizielle Image-Beschreibung — alle oben verlinkt. Die Zyklen der Rollausgaben 12.1 und 12.2 sowie der erfasste Stand 12.3.2 stammen aus dem eigenen Bestand, Stand 19.08.2026. Maßgeblich für jedes Datum mit Folgen bleibt die Herstellerseite.